Keine halben Sachen

Keine halben Sachen

Oliver Gentner

 

Rettungssanitäter / Auslandshilfe

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Oliver Gentner

Rettungssanitäter / Auslandshilfe


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Logo Johanniter Unfallhilfe Regionalverband Schwaben

Johanniter Unfallhilfe Regionalverband Schwaben

Gleich bei meinem ersten Einsatz wurde ich mit einer Reanimation konfrontiert, welche auch noch erfolglos abgebrochen werden musste. Das Gespräch mit den Kollegen nach dem Einsatz und die gemeinsame Verarbeitung des Geschehens halfen mir jedoch, den Mut nicht zu verlieren. Die Unterstützung der Kollegen machte es möglich, in weiteren Einsätzen auch die positive Seite des Rettungsdienstes zu sehen. Sie schafften es, mich dafür zu begeistern.

 

Durch puren Zufall zu den Johannitern

Nach meiner abgeschlossenen Berufsausbildung war die Wahrscheinlichkeit sehr hoch zum Grundwehrdienst eingezogen zu werden. Da ich studieren wollte und um nicht ein zusätzliches Jahr zu verlieren, schaute ich mich nach einer Alternative um. Im Landratsamt informierte ich mich über die Möglichkeiten des Ersatzdienstes und wurde an das THW und die Johanniter verwiesen. Aufgrund meiner technischen Ausbildung und da ich meinte, kein Blut sehen zu können, kontaktierte ich als erstes das THW. Leider waren hier alle Plätze belegt und so mussten es wohl doch die Johanniter sein. Beim ersten Kontakt mit dem ehrenamtlichen Vorstand äußerte ich den Wunsch in der Verpflegungstruppe eingesetzt zu werden. Aus meiner Sicht die beste Lösung, um das Thema Blut zu vermeiden.

 

Kehrtwende nach der ersten Einsatzfahrt

Ich startete, wie jeder angehende Helfer, mit der Ausbildung zum Sanitätshelfer. Diese Ausbildung mussten auch die Kollegen der Verpflegung durchlaufen.

Die einzelnen Themen wurden durch die Ausbilder so aufbereitet, dass mein Interesse geweckt war. Mir wurde Mut gemacht, es doch einmal zu versuchen. Ich entschied mich, dem Thema eine Chance zu geben und wenigstens einmal eine Schicht im Rettungsdienst mitzufahren. Nach dem prägenden Erlebnis bei meinem ersten Einsatz, entschloss ich mich schließlich doch die Sanitäts- und Rettungsdienstschiene einzuschlagen und die Ausbildung zum Rettungssanitäter zu absolvieren. Mittlerweile gefesselt von den verschiedenen Möglichkeiten, sich bei den Johannitern einzubringen, trat die Verpflichtung für 10 Jahre in den Hintergrund. Ich begann mich in allen Bereichen unserer Katastrophenschutzeinheit zu engagieren und mir wurde klar, dass man in allen Tätigkeitsfeldern nur dazu lernen kann. Insbesondere die Kameradschaft und die entstanden Freundschaften machten und machen es nicht möglich, diesen Dienst bleiben zu lassen.

"Man erlebt Dinge, welche man in unserer behüteten Welt nicht erleben würde"

Die Auslandshilfe war am Standort Donauwörth immer schon ein Bestandteil.

Während der Kosovokrise war unsere gesamte Einheit in die Logistik für ein Feldlager in Mazedonien eingebunden. Wir verluden jede Woche mindestens einen LKW mit Hilfsgütern. Die Berichte der Kollegen waren so einprägsam, dass ich mich dazu entschlossen habe auch in diesen Bereich mit einzusteigen. Seit diesem Zeitpunkt bin ich mindestens einmal im Jahr für die Johanniter im Ausland unterwegs. Dieser Anteil der Arbeit der Johanniter ist etwas ganz besonders. Man erlebt Dinge, welche man in unserer behüteten Welt nicht erleben würde. Für mich selbst ist es immer wieder eine Art „Erdung“ der eigenen Persönlichkeit, welche mich dazu bringt diese Aktionen mit zu unterstützen.

Motivation auch nach 17 Jahren

Auch nach nun fast 17 Jahren ist es immer noch eine tolle Sache sich bei den Johannitern zu engagieren. Es wird hier nicht langweilig und die einzelnen Bereiche fordern einen immer wieder. Die gute Kameradschaft und die Freundschaften sind hierbei eine gute Basis die persönliche Motivation aufrecht zu erhalten. Anerkennung und positive Rückmeldungen aus der persönlichen Umgebung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Insbesondere die Akzeptanz und Toleranz der eigenen Familie macht es möglich sich einzubringen.

Christine

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